{"id":64,"date":"2010-10-08T18:00:00","date_gmt":"2010-10-08T16:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/guidowahl.de\/wordpress\/koeln-marathon-2010\/"},"modified":"2026-09-25T16:27:45","modified_gmt":"2026-09-25T14:27:45","slug":"koeln-marathon-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guidowahl.de\/wordpress\/koeln-marathon-2010\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln Marathon 2010"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.marathon-photos.com\/shop\/photos\/Sports\/GKDE\/2010\/Koln%20Marathon\/fullsize\/KMHP2529.jpeg\" border=\"0\" \/>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">08.10.2010\u00a0Am Tag der deutschen Einheit fand dieses Jahr wieder einmal der K\u00f6ln Marathon statt. Nach meiner Teilnahme und dem Finish im letzten Jahr hatte ich mich auch f\u00fcr dieses Jahr wieder angemeldet und auch dementsprechend vorbereitet. Mit ca. 1500 Trainingskilometern habe ich mich am Sonntag morgen auf den Weg zum Start gemacht. Nachdem ich in die\u00a0S-Bahn eingestiegen bin, habe ich allerdings bemerkt, dass ich meinen Championship-Chip vergessen habe. Dieser ist zwingend f\u00fcr die Zeitmessung erforderlich.\u00a0Ich habe dann sofort\u00a0meine Sitznachbarn nach einem Handy gefragt und versucht meine Freundin Helena zu erreichen. Die war sich nur leider\u00a0gerade die Haare am F\u00f6hnen und hat dies nicht mitbekommen. An der n\u00e4chsten Station Hansaring bin ich direkt aus der Bahn und versuchte weiter Helena zu erreichen. 3 Handys und einige Nerven sp\u00e4ter hatte ich dann endlich\u00a0Gl\u00fcck und erkl\u00e4rte Helena wo der Chip ist. Sie ist dann sofort ins Auto und zum\u00a0Hansaring\u00a0und ich konnte die n\u00e4chste Bahn zum Start nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich war dann\u00a0gerade noch vor dem Start vor Ort und musste mir erst einmal meinen Weg in meinen Startblock erk\u00e4mpfen. Nach f\u00fcnf\u00a0Minuten ging es dann auch endlich los und ich konnte mich auf den 42,195 km langen Weg durch meine Heimatstadt machen. Das Wetter war mit 20 Grad und\u00a0Sonne auch ideal zum Laufen. Dier ersten Kilometer gingen etwas m\u00fchsam, da es wirklich sehr voll\u00a0war\u00a0und ich so\u00a0nicht richtig in einen Rhytmus gekommen bin, aber Zeiten von 5:10 &#8211; 4:55 &#8211; 4:56\u00a0f\u00fcr die ersten drei Kilometer lagen voll im\u00a0Soll.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem ersten Schreck vor dem Start kam nun der zweite. Ich guckte kurz vor km 4 wieder auf mein Handgelenk und musste mit Erschrecken feststellen, dass die Puls\/GPS Uhr nicht mehr dort war. Ich \u00fcberlegte kurz zur\u00fcckzugehen, habe aber aufgrund der nachfolgenden tausenden L\u00e4ufer den Gedanken schnell wieder verworfen. Von nun an musste ich also ohne Anhaltspunkt was Puls und Geschwindigkeit angeht weiterlaufen. Die n\u00e4chsten 10 Kilometer habe ich mich dann erst einmal schwarz ge\u00e4rgert, dass ich so nicht vern\u00fcnftig den Marathon laufen kann. Die ersten 10 km liefen dann mit 49 Minuten ganz gut, aber eben\u00a0etwas zu schnell. Zwischendurch habe ich immer mal wieder meine Mitl\u00e4ufer nach der Zeit gefragt, aber da ich ja nich wusste, wann diese gestartet sind, war das immer nur bedingt aussagekr\u00e4ftig. Bei km 17 stand mein Fanclub. Aachener Strasse Ecke Klosterstrasse &#8222;entsorgte&#8220; ich dann meinen Pulsgurt und das Band, lag aber gut in der Zeit. Der Halbmarathon lief mit 1:43 auch noch ganz OK. Hier habe ich allerdings schon meine Oberschenkel etwa gemerkt, aber dachte mir: &#8222;Das geht schon noch&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei km 23 war der erste Verpflegungsort mit Helena vereinbart. Sie wartete auf der inneren Kanalstrasse und reichte mir zwei Gelpacks und eine kleine Flasche Cola. Den dringend ben\u00f6tigten Zucker genehmigte ich mir sofort und es ging weiter zum Ring. Mit der Weile hatte ich mich damit abgefunde ohne Uhr zu laufen. Ich konnte ohnehin nichts mehr daran \u00e4ndern. Die Halbmarathonzeit lief auch auf eine Endzeit unter 3:30\u00a0h hinaus. Ich war also gut unterwegs. Bei Kilometer 29 in Nippes war der zweite Treffpunkt ausgemacht. Auch hier gab es wieder die Gelpacks und etwa zu trinken. Selbverst\u00e4ndlich habe ich mich auch regelm\u00e4ssig an der Marathonverpflegung bedient, allerdings wollte ich mich mit dieser Zusatzverpflegung noch weiter pushen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Nippes merkte ich schon, dass meine Kraft schon ziemlich am Ende war. So ab Kilometer 33 sanken meine Kilometerzeiten auch drastisch ein und ich musste zwischenzeitlich kleine Gehpausen einlegen. Sobald man allerdings aufh\u00f6rt zu Laufen h\u00f6rt man sofort seinen Namen. &#8222;Komm Guido &#8211; Du schaffst das&#8220; &#8211; &#8222;Guido &#8211; es ist nicht mehr weit&#8220; &#8211; &#8222;Guidooooooo&#8220;. Die Fans am Streckenrand feuern einen sofort an. Sobald man dann wieder anf\u00e4ngt zu laufen h\u00f6rt man Jubel und es geht wieder eine Zeit lang. Das Ziel war nun bis Kilometer 36 zu kommen, da dort das letzte Treffen mit Helena anstand. Das musst ich auf jeden Fall schaffen. Die Ziele die man sich selber steckt wurden nun immer kleiner. Der n\u00e4chste Treff mit Helena &#8211; der n\u00e4chste Kilometer &#8211; bis dahinten &#8211; die n\u00e4chsten 100m&#8230; Irgendwann schaffte ich es zu Kilometer 36 und verpflegte mich zum letzten Mal mit ein paar Energy-Gels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von nun an wurde es mental etwas einfacher. Die letzten sechs Kilometer waren mit sehr vielen Zuschauern, so dass man nochmal etwas motivierter ist. Den Ring entlang, Rudolfplatz, Neumarkt, Hohe Strasse. Von hier dann \u00fcber die Domplatte, was immer ein besonderes Erlebnis ist. &#8211; Nur noch 2 Kilometer &#8211; Zur\u00fcck Richtung G\u00fcrzenich und den letzten Anstieg auf die Deutzer Br\u00fccker der mir vorkommt wie ein Aufstieg zur Zugspitze. Der rote Lappen\u00a0&#8211;\u00a0noch ein Kilometer. Die Br\u00fccke runter l\u00e4uft es sich etwas leichter, aber man muss aufpassen dass man nicht zu schnell wird. Die Kopf &#8211; Gliedmassen &#8211; Kommunikation ist nicht mehr einhundertprozentig funktionsf\u00e4hig. Die Beine haben seit ein paar Kilometern ein Eigenleben entwickelt und demonstrieren immer heftiger gegen Bewegung. Auf den letzten Metern h\u00f6re ich nochmal meinen Namen von der Seite. Ein Blick und ich sehe Helena noch einmal kurz vorbeifliegen. Den Kopf nach vorne und das Ziel vor Augen. Endlich! \u00dcber 42 Kilometer liegen hinter mir und ich bin echt froh mich nun endlich hinlegen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Ich glaube ich h\u00e4tte nicht einen Meter mehr gehen k\u00f6nnen. Das Rote Kreuz k\u00fcmmert sich direkt um einen und ich habe mich etwas ausgeruht und einen halben Liter Apfelschorle getrunken. Wieder etwas bei Kr\u00e4ften bin ich zur Verpflegungsmeile und habe meinen Energiespeicher wieder ein bisschen gef\u00fcllt. Auf zum Ausgang, wo ich mich mit Helena verabredet hatte. Wir sind dann nach Hause wo ich erst einmal ein warmes Salzbad genommen habe. Das hat bisher immer ganz gut gegen den Muskelkater geholfen. Am Ende ist eine 3:46 rausgesprungen. Leider eine Minute langsamer als mein Ziel, aber ich bin zufrieden. Ich bin wieder gesund angekommen, und n\u00e4chstes Jahr werde ich es wieder versuchen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle m\u00f6chte ich mich dann auch bei meiner pers\u00f6nlichen Betreuerin bedanken. Ohne Dich Helena, h\u00e4tte ich es definitiv nicht geschafft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 08.10.2010\u00a0Am Tag der deutschen Einheit fand dieses Jahr wieder einmal der K\u00f6ln Marathon statt. Nach meiner Teilnahme und dem Finish im letzten Jahr hatte ich mich auch f\u00fcr dieses Jahr wieder angemeldet und auch dementsprechend vorbereitet. Mit ca. 1500 Trainingskilometern habe ich mich am Sonntag morgen auf den Weg zum Start gemacht. 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